"Der Sprung in die Selbständigkeit ist für die Meisten ein Sprung ins kalte Wasser. Man kann im Vorfeld noch so gut planen und sich über alles informieren. Ein Gefühl was Selbständigkeit bedeutet, bekommt man erst, wenn man es ist.
Meine Idee war, mich mit meinem Internetprojekt zitate.net selbständig zu machen. Bisher hatte ich die Webseite so nebenbei in meiner Freizeit betrieben. In den letzten Jahren war sie aber kontinuierlich gewachsen und ich fand immer weniger Zeit sie weiter zu entwickeln. Mit meiner Selbständigkeit wollte ich mich beruflich verändern und das Projekt auf eine professionelle Basis stellen.
Herbst 2006: Als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigte, war ich sehr verunsichert. Zum einen sprach die Statistik, wonach ca. 60 bis 90 % aller Existenzgründungen scheitern, gegen mich und zum anderen bin ich in einer Flut von Informationen fast erstickt. Das Problem ist nicht, dass es nicht genug Informationen gibt, sondern dass einem als Laien der Überblick fehlt.
Nachdem ich einige Zeit in dem Informationsdschungel ziellos umhergeirrt bin, ist bei mir die Erkenntnis gereift, dass ich die Sache falsch anpacke. Als Anfänger kann man eben nicht mal schnell alles über Buchhaltung, Finanzen, Steuern, Gesetze und Behörden lernen. Ich brauchte jemanden:
- ... der den Überblick hatte
- ... der sich mit den Themen gut auskannte
- ... der mir bei diesen Themen die Arbeit abnahm
- ... dem ich vertrauen konnte
- ... und der noch dazu preiswert war
Irgendwie bin ich dann zu der Telefonnummer von Herrn Kluge gekommen, der damals noch für die Existenzgründerhilfe gearbeitet hat. Also habe ich Ihn angerufen und wir haben einen Termin ausgemacht. Da der Termin erstmal kostenlos war, konnte ich nicht viel verlieren.
November 2006: Als ich Herrn Kluge zum ersten Mal begegnete war ich froh, dass ich keinen ahnungslosen, aalglatten, ja-sagenden, 0815-Business-Menschen vor mir hatte sondern jemandem mit Profil und Erfahrung. Wir haben dann ca. eine Stunde über meine Situation gesprochen. Dabei habe ich gelernt, dass viele Dinge worüber ich mir Sorgen machte (Buchführung, Behörden, Fördermittel), nicht so schwierig sind, wie sie von außen erscheinen. Das wichtigste aber war, dass er mir erst mal einen Weg und ein Teilziel aufgezeigt hat.
Dezember 2006: Die erste Etappe bestand für mich darin, erstmal ein Existenzgründungsseminar zu besuchen, was an mehreren Abenden stattfand und mit 30 EUR recht preiswert war. Dort haben verschiedene Fachleute uns über die wichtigsten Dinge beim Thema Selbständigkeit informiert:
- Konzept
- Gesellschaftsform
- Fördermittel
- Krankenkasse
- Rentenvorsorge
- Buchführung
- ...
Für mich war das Seminar der Einstieg, den ich gebraucht habe. Es war wichtig sich mit anderen auszutauschen, die vor der selben Entscheidung standen wie ich auch und es war wichtig Feedback zu bekommen, von denen die bereits in irgend einer Form selbständig waren. Nach dem Seminar habe ich viel klarer gesehen als vorher. Die einzelnen Etappen fingen sich an abzuzeichen und ich war von der Idee mich selbständig zu machen, überzeugter als je zuvor.
Am letzten Abend bin ich dann wieder auf Herrn Kluge gestoßen, der über Buchführung referiert hat. In einem kurzen Gespräch nach dem Seminar hat er mir dann das nächste und alles entscheidende Etappenziel gezeigt, das darin bestand, mich zu entscheiden welchen Weg ich zukünftig einschlagen wollte. Ich stand an einer Kreuzung und hatte die folgenden Möglichkeiten:
- Job kündigen und eigene Existenz gründen.
- Mir einen neuen sinnvollen Job suchen, der wieder mehr Spaß macht.
- Weiterleben wie bisher.
Für diese Entscheidung habe ich sehr lange gebraucht. Einen ersten Kündigungstermin habe ich noch verstreichen lassen, weil ich mir nicht 100%ig sicher war. Innerlich hatte ich aber schon bald das Gefühl, dass dies die falsche Entscheidung war. Dafür war ich dann bei meiner Kündigung im April 2007 umso sicherer.
Mai 2007: Kurz vor meinem Geburtstag hat mir meine Firma, wo ich mich in den ersten 5 Jahren sehr wohl gefühlt hatte, noch ein unterwartetes aber doch sehr wertvolles Geschenk gemacht und mich kurz vor meinem 30. Geburtstag noch für einen Monat freigestellt.
Juni 2007: Jetzt war ich frei und hatte Zeit. Ich konnte es kaum abwarten anzufangen. Ich wollte das Thema systematisch, wohlüberlegt und so effektiv wie möglich angehen. Das allererste was ich gemacht habe, war eine elektronische TODO-Liste, die ich seit dieser Zeit regelmäßig pflege.
Der erste und wichtigste Punkt auf dieser Liste war, sämtliche Dokumente, die sich bis dahin in meinem Leben angesammelt hatten, auszusortieren, zu ordnen und abzuheften. Angefangen hatte ich mit einem halben Schrank ungeordneter, zum Teil loser Dokumente. Nach 3 Tagen hatte ich mein ganzes Leben, fein säuberlich in 3 neuen Ringordnern abgelegt. Mit so viel Lust hatte ich mich noch nie um den ganzen Papierkram gekümmert. Mit meinem Laptop und den Ringordnern bewaffnet war ich für jeden Behörde gerüstet. Es gab keine Information und keinen Nachweis, den ich nicht binnen weniger Sekunden hervorzaubern konnte.
Das nächste was anstand war ein zweiter Beratungstermin mit Herrn Kluge. Bei diesem Termin haben wir abgesprochen, welche Behörden / Anträge in welcher Reihenfolge wie abzuarbeiten sind. Danach lief die Sache wie am Schnürchen. Ich bin von Behörde zu Behörde geeilt, habe Anträge abgeholt, ausgefüllt und wieder abgegeben. Die Behörden (Finanzamt, Gewerbeamt, Arbeitsamt) haben mich dabei recht positiv überrascht. Die Mitarbeiter waren äußerst zuvorkommend, telefonisch ohne Probleme zu erreichen, kompetent in der Auskunft. Ich musste nirgendwo lange warten. In der Vergangenheit hatte ich da mit anderen Behörden schon Horroszenarien erlebt. Die verschiedene Vorgänge waren im Verhältnis zur Komplexität der Materie sehr einfach. Da wo es kompliziert wurde, habe ich die Anträge zusammen mit Herrn Kluge ausgefüllt.
Alles wovor ich 6 Monate zuvor noch Horror hatte, hatten wir jetzt zusammen in wenigen Tagen abgearbeitet. In Summe habe ich für das Einrichten meines Büros mehr Zeit benötigt, als für die ganzen Behördengänge. Während ich das Eine deutlich überschätzt habe, habe ich das Andere etwas unterschätzt.
- Wohnung umräumen für eigenes Büro (ganz wichtig, man braucht seine Ruhe)
- Telefonanlage, Fax, Kopierer, Drucker, Scanner, Internet organisieren / neu einrichten.
- Firmenbögen und Vorlagen für Rechnungen, Kassenbuch, Fahrtenbuch, ... entwerfen.
- Backup-Strategie für elektronische Daten einrichten.
- Büromaterial kaufen (Tacker, Locher, Hefter, Briefe, Briefmarken, CD's, DVD's, ...)
- Geschäftskonto einrichten
- Krankenkasse ändern (zusammen mit Herrn Kluge)
Juli 2007: Jeden Monat nehme ich mir 2 Tage Zeit für Organisatorisches:
- Rechnungen schreiben und kontrollieren
- angefallene Post ordnen, sortieren und abheften
- Abrechnung vorbereiten
Einmal im Monat treffe ich ich mich dann mit Herr Kluge um die Abrechnung für das Finanzamt abzuschließen und um über aktuelle Themen zu sprechen. Da fällt immer was an:
- Wie werden Google-Adsense-Zahlungen verbucht?
- Was muss ich tun um jemanden zu beschäftigen?
- Welche Unterlagen muss ich für den Jahresabschluss zusammenstellen?
- Was mache ich mit fehlerhaften Rechnungen?
- Wie verbuche ich Geschäftsreisen, Geschäftsessen?
- Wie verbuche ich Rechnungen die teils privat teils finanzieller Natur sind?
- Warum darf ich mein Büro nicht steuerlich geltend machen?
- Was macht Sinn dieses Jahr noch zu machen?
- Welche steuerlichen Neuheiten gibt es nächstes Jahr?
- Ich benötige einen preiswerten Notar?
- ...
Februar 2008: Jetzt nach ca. 8 Monaten bin ich stolz und froh, dass ich es geschafft habe. Mein Leben hat sich komplett verändert. Ich bin frei, habe weniger Streß als früher, kann mir meinen Tag einteilen. Ich habe die Verantwortung, treffe meine eigenen Entscheidungen und abgesehen vom Finanzamt bin ich niemandem mehr Rechenschaft schuldig. Das wichtigste aber ist, dass mir meine Arbeit wieder richtig Spaß macht und ich mehr Zeit für meine Familie habe.
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Herr Kluge ist für mich ein guter Freund geworden, der sich in den letzten Monaten mein 100%iges Vertrauen erarbeitet hat. Seine Arbeit und sein Know How möchte ich nicht mehr missen. Dank ihm kann ich mich auf meine Stärken konzentrieren. Ich habe viel gelernt ohne Lehrgeld zu bezahlen. Ich würde alles noch mal so machen."
15.02.2008 Steffen Roschk, zitate.net |